NEUWAGEN FüR FAMILIEN: NUR NOCH DREI MODELLE UNTER 20.000 EURO – ADAC VERRäT "GEHEIMTIPPS"

Wichtige Kauftipps

Neuwagen für Familien: Nur noch drei Modelle unter 20.000 Euro – ADAC verrät „Geheimtipps“

Neuwagen für Familien werden zur Rarität. Nur drei Modelle kosten noch unter 20.000 Euro. Der ADAC nennt „Geheimtipps“ auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

Kassel – Die Entscheidung für ein passendes Fahrzeug gestaltet sich derzeit komplizierter denn je: Soll es ein herkömmlicher Verbrenner sein, ein Plug-in-Hybrid – oder doch lieber ein Elektroauto? Wer besonders aufs Budget schauen muss, ist mit einem Kleinwagen gut beraten. Doch für Familien reicht das nicht aus, hier wird ein Mindestmaß an Raum benötigt. Noch vor zehn Jahren sah die Situation deutlich entspannter aus: 2016 standen laut ADAC immerhin 40 Modelle zur Verfügung, die ausreichend Platz für die Familie boten – und das zu einem Neupreis von unter 20.000 Euro. Heute präsentiert sich die Lage völlig anders: Gerade einmal drei Modelle erfüllen diese Kriterien noch.

Die drei übrig gebliebenen Neuwagen unterhalb der 20.000-Euro-Schwelle kommen von Dacia und Citroën: der Citroën C3 Aircross, der Dacia Duster Eco sowie der Dacia Jogger. Sämtliche drei Fahrzeuge entsprechen den vom Automobilclub festgelegten Anforderungen an ein Familienauto: mindestens fünf Sitzplätze, vier oder fünf Türen sowie ein Kofferraumvolumen von mindestens 450 Litern.

Dacia Jogger: Familientauglich und günstig

Der Dacia Jogger hebt sich dabei besonders ab. Als einer der wenigen verbliebenen echten Vans im Neuwagenbereich punktet er mit einem Basispreis deutlich unter 20.000 Euro und einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das kaum zu übertreffen ist – zudem bietet er ein Kofferraumvolumen von 607 Litern. Auch der Citroën C3 Aircross und der Duster punkten durch bewusst einfache, kostenorientierte Konzepte, bei denen die Funktionalität im Mittelpunkt steht.

Gebrauchtwagen bieten deutlich mehr Auswahl

Wer beim Budget etwas mehr Spielraum hat oder sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt umsieht, findet erheblich mehr Optionen. Der ADAC hat eine ausführliche Übersicht gebrauchter Familienautos erstellt – darunter bewährte Modelle wie der VW Passat Variant, der Škoda Octavia Combi oder der Hyundai Tucson. Sogar Premiumfahrzeuge wie der Audi A4 Avant sind vertreten, was deutlich macht: Unter 20.000 Euro bedeutet nicht automatisch Kompromisse.

Besonders empfehlenswert sind dabei die sogenannten „Geheimtipps“ jenseits der bekannten Markennamen. So bietet laut ADAC beispielsweise der BMW 2er Gran Tourer gebraucht Platzverhältnisse nahezu auf dem Niveau eines VW Touran – häufig zu einem günstigeren Preis. Ein weiterer Kauftipp: die Škoda Superb Limousine. Wenig bekannt – doch auch die Limousine verfügt über einen erstaunlich großen Kofferraum, der dem des Kombis kaum nachsteht. Auch der Peugeot 5008 mit 780 Litern Kofferraumvolumen ist laut Automobilclub eine interessante Alternative. Für Familien mit drei oder mehr Kindern bieten sich zudem Hochdachkombis wie der Citroën Berlingo oder der Renault Kangoo an: Sie bieten reichlich Platz, unkomplizierte Handhabung und praktische Schiebetüren.

Gebrauchtwagenkauf: Darauf sollten Sie achten

Wer auf dem Gebrauchtwagenmarkt erfolgreich sein möchte, sollte beim Händlerkauf laut dem Auto Club Europa (ACE) auf die Mitgliedschaft im Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) achten – idealerweise sollte ein Kfz-Meister den Betrieb führen. Beim Kauf von privat ist hingegen besondere Vorsicht angebracht: Hier kann die Gewährleistung nahezu komplett ausgeschlossen werden. Grundregel: Stets eine sachkundige Person hinzuziehen – vier Augen sehen mehr als zwei. Und: Liegt die Zulassungsbescheinigung Teil II nicht vor, sollte man besser Abstand nehmen. Das Fahrzeug könnte beispielsweise noch einer Bank gehören. Vorsicht ist auch vor gefälschten Angeboten geboten, teilweise werden Websites der Hersteller täuschend echt nachgeahmt. Auffallend niedrige Preise können ein Warnsignal sein.

Checkliste: Diese Details sind beim Fahrzeug wichtig

Beim Fahrzeug selbst empfiehlt sich ein genauer Blick auf die Details: Passen Abnutzungserscheinungen im Innenraum, an Pedalen und Lenkrad zur angegebenen Kilometerleistung? Ist die Fahrzeughistorie – also Scheckheft, HU-Berichte und Reparaturrechnungen – lückenlos vorhanden? Tachomanipulationen sind laut ACE nach wie vor weit verbreitet – Hersteller-Werkstätten können helfen, indem sie beispielsweise die gefahrenen Kilometer mit den Betriebsstunden der Benzinpumpe abgleichen. Bei Formulierungen wie „tipptopp“ oder „technisch einwandfrei“ rät der Automobilclub zu kritischem Nachfragen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte ein unabhängiges Gebrauchtwagengutachten in Auftrag geben. Und eine Regel gilt immer: Ohne Probefahrt kein Kauf. (Quellen: ADAC, ACE, eigene Recherche) (sop)

2026-03-27T12:59:43Z