Der Neustart ohne das ikonische Vier-Ringe-Logo in China ist missglückt.
Audi hat mit der neuen China-Marke „AUDI“ eigentlich einen Befreiungsschlag geplant. Gemeinsam mit SAIC Motor entwickelte der Hersteller den E5 Sportback speziell für den chinesischen Markt. Doch die Verkaufszahlen bleiben deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Nach einem vielversprechenden Vorverkaufsstart im vergangenen Jahr hat sich die Lage gedreht. Laut Berichten wurden seit Marktstart im Sommer lediglich 7.070 Fahrzeuge ausgeliefert. Besonders schwach fiel der Jahresbeginn 2026 aus. Im Januar entschieden sich nur noch 420 Kunden für das Modell.
Erfolgreiche Modelle erreichen auf dem chinesischen Markt fünfstellige Monatsverkäufe. Für ein Fahrzeug, das als Premium-Angebot positioniert wurde, ist das ein herber Rückschlag.
Technisch bringt der E5 durchaus viel mit. Er basiert auf einer eigens entwickelten Plattform, bietet 800-Volt-Technik und Reichweiten von bis zu 773 Kilometern nach CLTC. Die Leistungsspanne reicht von 220 kW bis 579 kW. Auf dem Papier wirkt das durchaus auch in China konkurrenzfähig.
Um die Nachfrage anzukurbeln, senken Audi und SAIC den Preis um 30.000 Yuan. Damit startet der E5 nun bei 205.900 Yuan, umgerechnet rund 25.500 Euro. Zusätzlich lockt der deutsche Hersteller noch mit zinsfreien Finanzierungen (Quelle: Handelsblatt).
Mit dieser Preisanpassung rutscht das Modell in direkte Konkurrenz zu chinesischen Marken wie Zeekr oder Xiaomi, deren Elektroautos derzeit hohe Aufmerksamkeit genießen. Gerade Modelle wie die Xiaomi SU7 gelten nicht nur in China als modern, digital und nah am Zeitgeist.
Genau hier liegt offenbar das Problem. Trotz moderner Technik fehlt dem E5 bislang die Strahlkraft. Ohne das bekannte Audi-Logo und mit einer neuen Identität muss sich die Marke erst beweisen. In einem Markt, der von aggressiven Preisen und starker lokaler Konkurrenz geprägt ist, reicht gute Technik allein offenbar nicht aus.